Begriffe
„IT-Strategie“ heisst meistens: aufräumen
In Angeboten steht Transformation, Roadmap und Reifegrad. In einem Betrieb mit fünfzehn Leuten bedeutet Strategie fast immer etwas viel Unspektakuläreres.
Das Wort steht in fast jedem Angebot: IT-Strategie. Daneben Transformation, Roadmap, digitaler Reifegrad. Wer in einem Betrieb mit fünfzehn Leuten arbeitet, kennt die Präsentation und weiss, dass danach selten etwas anders läuft.
Was in einer Strategie tatsächlich stehen müsste
Nicht, wo das Unternehmen 2030 steht. Sondern vier Dinge, die sich beantworten lassen:
- Was läuft überhaupt? Welche Server, welche Anwendungen, welche Abos — mit Datum, bis wann sie bezahlt sind.
- Wer kommt wo hinein? Welches Konto hat Administratorrechte, wer kennt das Passwort für den Router, wer für die Domain.
- Was darf wie lange stillstehen? Die Buchhaltung einen Tag, die Auftragserfassung vielleicht zwei Stunden. Diese Zahl entscheidet über fast jede spätere Investition.
- Was passiert, wenn Gerät X ausfällt? Nicht theoretisch, sondern für die drei Geräte, an denen der Betrieb wirklich hängt.
Warum das niemand verkauft
Weil es sich schlecht anhört. Eine Bestandsaufnahme klingt nach Fleissarbeit, nicht nach Zukunft. Sie kostet auch weniger, als eine Strategie kosten darf — und genau darin liegt der Grund, warum sie so selten angeboten wird.
Dabei entsteht der Nutzen sofort: Wer die vier Fragen beantworten kann, führt jedes Gespräch mit einem Lieferanten anders. Angebote lassen sich vergleichen, weil klar ist, worauf sie sich beziehen.
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat
Zuerst das, was heute schon kaputt ist. Dann das, was beim nächsten Ausfall teuer wird. Erst danach das, was neu wäre. In dieser Reihenfolge kommt der Wunsch nach Digitalisierung von selbst — und zwar an der Stelle, an der er tatsächlich etwas bringt.
Eine Strategie, die kein Budget voraussetzt, ist meistens die ehrlichere.
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