Magazin Aus der Praxis 07.09.2024

Rechnung

Was Support kostet, wenn es ihn nicht gibt

Betreuung ist die Position, die als Erste gestrichen wird — sie ist die einzige, deren Nutzen man nicht sieht. Ihr Preis zeigt sich an anderer Stelle.

Wenn ein Budget gekürzt wird, trifft es zuverlässig die Betreuung. Der Grund ist nachvollziehbar: Ein Gerät sieht man, eine Lizenz braucht man, aber eine Pauschale für „es läuft“ fühlt sich an wie Geld für nichts.

Der Fall ohne Betreuung

Ein Betrieb ohne feste Betreuung ruft an, wenn etwas kaputt ist. Dann gilt:

  • Es wird jemand gesucht, der Zeit hat. Das dauert im Schnitt einen halben Tag.
  • Die Person kennt die Umgebung nicht und braucht zwei Stunden, um sie zu verstehen. Diese zwei Stunden fallen bei jedem Vorfall neu an.
  • Repariert wird das Symptom, weil für die Ursache das Mandat fehlt.
  • Der nächste Vorfall beginnt wieder bei null.

Dazu kommt der Teil, der auf keiner Rechnung steht: Stillstand. Sechs Personen, ein halber Tag, 80 Franken Vollkostensatz — knapp 2000 Franken für einen Vorfall, der mit Vorlauf zwei Stunden gedauert hätte.

Was Betreuung tatsächlich verändert

Nicht, dass nichts mehr kaputtgeht. Sondern:

  • Ein Teil fällt vorher auf — volle Datenträger, ablaufende Zertifikate, fehlgeschlagene Sicherungen.
  • Wer anruft, muss nichts erklären. Die Umgebung ist dokumentiert.
  • Es gibt eine Reihenfolge für den Ernstfall, statt einer Suche.

Wann sich eine Pauschale nicht lohnt

Bei drei Arbeitsplätzen, einem Drucker und Mail beim Anbieter gibt es wenig zu betreuen. Dann ist Abrechnung nach Aufwand die ehrlichere Variante — mit einer festen Ansprechperson und der Vereinbarung, dass die Umgebung trotzdem dokumentiert wird.

Die Frage ist nicht Pauschale oder nicht. Sie lautet: Weiss im Ernstfall jemand, wie es bei Ihnen aussieht?

Klingt nach Ihrer Lage?

Wenn Sie beim Lesen an Ihr eigenes System denken mussten: schreiben Sie kurz, worum es geht. Die Rückmeldung kommt innerhalb eines Arbeitstags.

Leistungen ansehen

Weiterlesen

  1. Ernstfall

    Der Tag, an dem das Handy weg ist

    Der zweite Faktor liegt bei fast allen auf demselben Gerät. Verschwindet es, ist nicht ein Zugang gesperrt, sondern jeder — und die Wiederherstellung braucht genau das, was fehlt.

  2. Aus dem Notfallkoffer

    Das Backup, das nie getestet wurde

    Fast jede Firma hat ein Backup. Deutlich weniger haben eines, aus dem sich im Ernstfall auch etwas zurückholen lässt. Der Unterschied zeigt sich immer am schlechtesten Tag.