Umzug
Microsoft 365 in Etappen umziehen
Der Umzug an einem Wochenende ist verlockend und geht regelmässig schief. Eine Reihenfolge, die den Betrieb weiterlaufen lässt — und die Punkte, die dabei fast immer vergessen gehen.
Der Vorschlag klingt immer gleich: Am Freitagabend umstellen, am Montag läuft alles neu. Manchmal geht das gut. Öfter beginnt der Montag damit, dass der Scanner keine Mails mehr verschickt und niemand weiss, warum.
Nebenbei: Der Dienst heisst seit 2020 Microsoft 365. Wer noch ein Angebot für „Office 365“ bekommt, sollte nachfragen, wie aktuell der Rest davon ist.
Die Reihenfolge
1. Bestandsaufnahme. Wie viele Postfächer, wie gross, wie alt? Gibt es gemeinsame Postfächer, Verteiler, öffentliche Ordner? Diese Liste entscheidet über alles Weitere.
2. Domain und Konten zuerst. Bevor eine einzige Mail umzieht, muss klar sein, wie sich Leute anmelden und wer welche Lizenz bekommt.
3. Eine Pilotgruppe. Drei bis fünf Personen, die technisch geduldig sind und quer durch die Abteilungen arbeiten. Zwei Wochen. Was hier auffällt, fällt sonst allen gleichzeitig auf.
4. Der Rest in Wellen. Abteilung für Abteilung, nicht alle auf einmal.
5. Nachlauf. Alte Postfächer bleiben lesbar, bis niemand mehr etwas vermisst. Erst dann abschalten.
Was regelmässig vergessen geht
- Der Multifunktionsdrucker, der per SMTP Scans verschickt. Er braucht eine eigene Lösung, kein Benutzerkonto.
- Gemeinsame Postfächer und Kalenderfreigaben. Die Rechte wandern nicht automatisch mit.
- Signaturen und Abwesenheitsnotizen.
- Anwendungen, die im Hintergrund Mails versenden — Warenwirtschaft, Zeiterfassung, Webformulare.
Der Tag danach
Zwei Wochen nach dem Umzug lohnt sich ein Blick auf die Lizenzen: Fast immer laufen welche mit, die niemand mehr braucht. Und wenn die Mehrfaktor-Anmeldung nicht spätestens jetzt eingeschaltet wird, wird sie es nie.
Klingt nach Ihrer Lage?
Wenn Sie beim Lesen an Ihr eigenes System denken mussten: schreiben Sie kurz, worum es geht. Die Rückmeldung kommt innerhalb eines Arbeitstags.
Weiterlesen
-
Support
Ein Ticketsystem ohne Abo: was Zammad & Co. leisten und was fehlt
Support-Anfragen laufen in vielen kleinen Betrieben über ein gemeinsames Mail-Postfach. Das funktioniert, bis niemand mehr weiss, was schon erledigt ist. Ein Ticketsystem wie Zammad löst genau das — ohne monatliches Abo.
-
Bürosoftware
Warum LibreOffice für die meisten Büros reicht — und wo nicht
Microsoft Office ist zur Selbstverständlichkeit geworden, nicht weil es die einzige Option wäre, sondern weil es niemand hinterfragt. LibreOffice deckt die meisten Alltagsaufgaben ab — mit drei Ausnahmen, die man kennen sollte.