Magazin Aus der Praxis 15.09.2026

Selbstverwaltung

Nextcloud statt Dropbox: was man dafür selbst betreiben muss

Dropbox, OneDrive und Co. berechnen pro Konto und pro Monat. Nextcloud macht dasselbe auf eigener Hardware — ohne laufende Lizenz, aber mit einer Aufgabe, die vorher der Anbieter übernommen hat.

Dropbox, OneDrive, Google Drive — alle drei lösen dieselbe Aufgabe: Dateien zwischen Geräten synchronisieren und mit anderen teilen. Alle drei berechnen dafür pro Konto und Monat, mit wachsendem Speicherbedarf wachsend. Nextcloud macht technisch dasselbe, nur auf eigener Infrastruktur.

Was dafür nötig ist

Ein Server — ein eigener oder gemietet —, auf dem die Software läuft, ausreichend Speicherplatz, und eine Internetleitung mit brauchbarem Upload, wenn von unterwegs zugegriffen werden soll. Das ist der Teil, der bei einem Abo-Dienst unsichtbar bleibt, weil ihn der Anbieter trägt.

Was Nextcloud zusätzlich mitbringt

Über die reine Dateisynchronisation hinaus bietet Nextcloud Kalender, Kontakte und Textbearbeitung im Browser — ein kleines Ökosystem, das sonst über mehrere Anbieter verteilt wäre. Nicht alles davon braucht jeder Betrieb, aber es liegt bereits bereit, wenn der Bedarf entsteht.

Die Rechnung, die man machen muss

Ein Abo-Dienst kostet pro Nutzer und Monat, dauerhaft. Nextcloud kostet die Hardware oder den Mietserver, einmalig beziehungsweise laufend, unabhängig von der Anzahl Konten — und die Zeit für Einrichtung, Updates und die eigene Sicherung. Bei zwölf Mitarbeitenden kippt diese Rechnung oft zugunsten von Nextcloud. Bei drei Mitarbeitenden selten, weil der Wartungsaufwand pro Kopf zu hoch wird.

Wo die eigene Verantwortung beginnt

Ein Abo-Anbieter sichert seine Infrastruktur selbst. Bei Nextcloud gehört das Backup zur eigenen Aufgabe — dieselbe Sorgfalt, die auch für jeden anderen Server gilt, etwa mit TrueNAS statt teurem Markenspeicher als möglicher Speicherlösung dahinter. Wer Nextcloud aufsetzt und die Sicherung dabei vergisst, hat nur den Anbieter gewechselt, nicht das Risiko verringert.

Wann sich der Wechsel nicht lohnt

Wenn die Zusammenarbeit ohnehin schon eng an Microsoft 365 hängt — siehe Microsoft 365 in Etappen umziehen —, ist ein zweites, paralleles System selten die bessere Lösung. Nextcloud spielt seine Stärke dort aus, wo bewusst Unabhängigkeit von einem grossen Anbieter gewünscht ist, nicht als Ergänzung obendrauf.

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